REGIESTATEMENT
von Julia von Heinz


Für Hanna, 26 Jahre jung, ist der Holocaust Geschichte, bewältigt und pflichtschuldig aufgearbeitet im Unterricht. Sie fährt aus eigennützigen Motiven nach Israel: Ein paar Monate „was mit Juden“ zu machen, zeigt heute demokratische Verantwortung und ist gut für die Karriere. Die persönliche Geschichtsschreibung ist durch das Schweigen innerhalb der Familien in Deutschland abgerissen, doch die Grundströme der Geschichte haben im Verborgenen weiter gewirkt. Das wird Hanna in Israel klar. Das Verhalten ihrer Großeltern und ihrer verhassten Mutter haben sie zu dem gemacht, was sie heute ist. You can’t start from zero.

Ich gehe in HANNAS REISE der Frage nach, welche Auswirkungen der Holocaust für Israelis und Deutsche der 3. Generation hat, wie die gemeinsame Vergangenheit auf unsere Leben bis heute einwirkt und uns untrennbar verbindet.

Die Mischung von Faszination und Abscheu, die das deutsch- israelische Verhältnis prägt, das Neurotische, wird symbolisiert in der komplizierten Liebesgeschichte meines Films.

"This film opens your mind."
Montreal Gazette